Bugatti-Erfindung Aluminium-R?der – Zwischen Design und Technik

Molsheim
Oktober 08, 2019

Bugatti Alur?der

Ettore Bugatti entwickelte vor über 95 Jahren erstmals R?der aus Aluminium

Nahezu jedes sportliche Fahrzeug kleiden sie – R?der aus Aluminium. Was Wenige wissen: Vor rund 95 Jahren setzte sie der franz?sische Automobilproduzent Ettore Bugatti das erste Mal in einem Type 35 ein.

Erstmals entwickelten 1886 unabh?ngig voneinander der Erfinder Charles Martin Hall und der Chemiker Paul Héroult ein Elektrolyseverfahren zur Herstellung von Aluminium. Auf die Idee, R?der aus Aluminium herzustellen, kommt 1920 der Rennwagenkonstrukteur Harry A. Miller. Er l?sst sie zwar patentieren, produziert aber keine R?der. Erst Firmengründer Ettore Bugatti schafft es wenig sp?ter, in einer eigenen Gie?erei in Molsheim mit selbst konstruierten Formen R?der, Speichen und Bremstrommeln aus Aluminium zu gie?en. Der geniale Erfinder und Tüftler entwickelt das Aluminium-Rad weiter, meldet unter seinen über 500 Patenten auch mehrere neue Ideen für R?der an. Wie im Mai 1924 das Patent zu ?Verbesserungen an Fahrzeugr?dern mit Kühlscheiben“ und 1933 das ?Elastische Rad, dessen Radkranz in radialer und axialer Richtung gegen den Radk?rper abgefedert ist“.

Bugatti Type 35 Rennwagen setzt erstmals auf Aluminium-R?der

Ab 1924 setzt Bugatti beim legend?ren Rennwagen Type 35 statt R?der mit dünnen Speichen erstmals auf R?der aus Aluminiumguss mit acht flachen und breiten Speichen, abnehmbarem Felgenkranz und integrierter Bremstrommel. Die schlichte Formgebung gleicht nahezu einer Skulptur – ein Musterbeispiel für den ?sthetischen Anspruch Ettore Bugattis. Der erste Einsatz der neuen R?der beim Gro?en Preis in Lyon am 3. August 1924 verl?uft allerdings entt?uschend: Mehrere Rennwagen fallen wegen technischer Probleme aus. Schuld sind allerdings nicht die R?der, sondern die angelieferten Reifen. Durch fehlerhaftes Vulkanisieren l?st sich bei mehreren Reifen die Lauffl?che.

Doch Bugatti h?lt an seiner Innovation fest. Neben dem Design bewegen ihn vor 95 Jahren auch technische Gründe, diese neuen R?der zu entwickeln. Radh?user sind für etwa ein Viertel des aerodynamischen Widerstands eines Fahrzeugs verantwortlich. Umso durchdachter das Felgendesign, umso besser die Luftstr?mung und so geringer die Verwirbelung. Dazu kommt eine bessere W?rmeabfuhr. Bei sportlichen Fahrzeugen, deren Bremsen stark beansprucht werden, muss die W?rme der Bremse schnell und ausreichend abflie?en. Mehr Freifl?che bedeutet eine bessere Kühlung und dadurch eine bessere Bremswirkung. Das offene Design mit den flachen Speichen hilft die von den Bremsen produzierte hei?e Luft ohne Hitzestau schnell wegzulenken.

Aluminium-R?der bieten viele Vorteile

Die Bugatti-R?der mit angegossener gro?zügig verrippter Bremstrommel bieten noch weitere Vorteile. Der am ?u?eren Felgenrad mit zuerst 32, sp?ter dann 24 Schrauben montierte Ring verhinderte das Abspringen des Reifens auch bei schneller Kurvenfahrt – die Fahrer k?nnen nun h?here Kurvengeschwindigkeiten erzielen. Durch eine Zentralbefestigung lassen sich die R?der in der Boxengasse schnell wechseln.

Dazu kommt ein geringes Gewicht und damit niedrigere ungefederte Massen gegenüber R?dern aus Stahl. Je geringer die ungefederten Massen sind, desto niedriger bleibt das Tr?gheitsmoment, umso besser wird das Fahrverhalten. Der Type 35 l?sst sich damit leichter und exakter lenken, besser bremsen und federt komfortabler als vergleichbare Rennwagen der damaligen Zeit. Bei früheren Rennen, die oft mehrere Stunden oder gar Tage dauerten, konnten die Fahrer deshalb l?nger, schneller und konzentrierter fahren. Ein Grund, warum Bugatti-Piloten zwischen 1925 und 1930 auf den Rennstrecken der Welt dominieren. Noch heute überanstrengt der Type 35 seinen Piloten nicht.

Bugatti produziert in den n?chsten Jahren sieben verschiedene Typen von Aluminiumr?der. Für die Rennwagen Type 35, Type 39 und Type 51 stellt das franz?sische Unternehmen drei verschiedene Versionen her: in 20 Zoll mit kleinen Bremsen, in 19 Zoll mit gro?en Bremsen und 19-Zoll-Tiefbettfelgen mit gro?en Bremsen. Die gegossenen R?der mit den acht breiten Aluminiumspeichen werden neben dem hufeisenf?rmigen Kühlergrill zum Erkennungszeichen für Bugatti. Ein Design, das auch der erste Bugatti Hypersportwagen der Neuzeit, der Veyron mit dem Sondermodell Veyron Fbg par Hermès aufnimmt.

Entwicklung von leichteren R?dern geht immer weiter

Auch wenn heute die meisten Autos auf Aluminiumr?der setzen, geht bei Bugatti die Entwicklung st?ndig weiter. Bei den aktuellen Hypersportwagen Chiron und Divo kommen sehr leichte und stabile R?der aus einer speziell geschmiedeten Aluminiumlegierung zum Einsatz. Denn bei Geschwindigkeiten jenseits der 400 km/h sind R?der und Reifen extremen Belastungen und G-Kr?ften ausgeliefert. Wie vor fast 95 Jahren sind die ungefederten Massen entscheidend fürs Fahrverhalten. In einem einzigartigen Verfahren werden dafür beide Radseiten und Hohlr?ume feingefr?st, um ein minimales Gewicht für maximale Stabilit?t und Steifigkeit zu erhalten – natürlich im Einklang mit einem ?sthetischen Design. Anschlie?end wird das Rad pulverbeschichtet und glanzgedreht. Je nach Kundenwunsch l?sst sich der Radsatz in verschiedenen Farben lackieren.

Statt acht Speichen setzen die Ingenieure aktuell auf ein Fünf-Speichen-Y-Layout, das die Kr?fte optimal auf die fünf Radbolzen abgibt und für ausreichend Stabilit?t und Sicherheit sorgt. So halten die leichten R?der selbst extremen Drücken und Kr?ften stand.

Denn bei H?chstgeschwindigkeit dreht sich der Reifen über 50 Mal pro Sekunde. Dabei treten an der Lauffl?che Kr?fte auf, die etwa dem 4.000-Fachen der Erdbeschleunigung (g = 9,81 m/s2) entsprechen. So steigt das Gewicht des Ventils bei Vollgasfahrt von 18,3 Gramm auf rund 55 Kilogramm. Der Schnelllauftest erfolgt auf Prüfst?nden für Renn- und Flugzeugreifen sowie auf einem NASA-Prüfstand, der extra für die Space-Shuttle-Reifen entwickelt wurde. Bei diesen aufw?ndigen Prüfstandstest werden R?der und Reifen sehr hohen Kr?ften ausgesetzt und immer wieder durch R?ntgen und MRT-Verfahren kontrolliert.

Für die Zukunft forscht und entwickelt Bugatti weiter an neuen Werkstoffen und einem ausgeklügelten Design, um R?der und damit das ganze Fahrzeuge noch leichter, agiler und aerodynamischer werden zu lassen. Genauso wie vor rund 95 Jahren, als Ettore Bugatti mit dem neugeschaffenen Acht-Speichen-Rad eine Ikone schuf.

Kontakt

für Medienanfragen:

Tim Bravo
Head of Communications
Bugatti Automobiles S.A.S.
E-Mail: tim.bravo@bugatti.com
Mobile: +33 640 151 969

Nicole Auger
Communications
E-Mail: nicole.auger@bugatti.com
Mobile: +49 152 588 888 44

Marie-Louise Rustenbach
Communications
E-Mail: marie-louise.rustenbach@bugatti.com
Mobile: +49 152 577 05 458

两个人免费视频-两个人的视频全免费